Als es darum ging China zu planen, haben wir uns aus mehreren Gründen dafür entschieden, eine Gruppentour zu buchen. Wir fürchteten, dass es alleine sehr schwierig werde China zu bereisen. Wir erhofften uns mit Hilfe eines Guides tiefere Einblicke ins chinesische Leben, als alleine möglich wäre und wir freuten uns auch darauf neue Leute kennenzulernen.

Nach einiger Recherche buchten wir direkt bei GAdventures, weil sie eine Tour im Angebot hatten die bezüglich Destinationen, Dauer und Preis geeignet schien.

Gleich vorweg, wir würden diese Tour mit Gadventures nicht nochmals buchen. Gründe dafür sind:

  • Die Hoffnung, dass mit unserem Guide ihm tiefere Einblicke in die chinesische Kultur möglich würden (bspw. als Vermittler zwischen der Gruppe und der Bevölkerung) wurde mehrheitlich enttäuscht. Im Gegenteil hatte ich das Gefühl, dass wir mit unserem Guide noch mehr von Begegnungen/Interaktionen mit der Bevölkerungen abgeschlossen waren, da alles von ihm geregelt wurde. Auch schaffte er es nur begrenzt, interessante Dinge aus dem Alltag Chinas zu erzählen, die  man sonst nicht erfahren hätte.
  • Einige der Destinationen waren ziemlich langweilig. Peking hatten wir vor Tourstart schon ausgiebig erkundet, Shanghai fanden wir bis auf den Bund nicht weiter besuchenswert,  die Begeisterung für Suzhou, die Roundhouses, Xiamen und Shenzhen hielten sich auch im Rahmen. Xi’an und Wuyishan haben uns aber sehr gut gefallen und einen Besuch dort können wir weiterempfehlen. Schade war auch, dass wir oft nur das Standard Touristenprogramm abgespult haben. Wir haben uns erhofft, dass wir Dinge sehen würde, zu denen man als Alleinreisender keinen Zugang hätte.
  • Die Kosten waren mit über CHF 100/Tag pro Person für 17 Tage sehr teuer. Das Essen war dabei nicht inbegriffen. Man findet an fast jedem Ort akzeptable Hotels für max. CHF 35 und die Reise ohne Tour wäre wahrscheinlich etwa halb so teuer gewesen.
  • Dass einige optionale Aktivitäten teurer waren, als im Vorfeld kommuniziert, spielt bei unserem Fazit schon fast keine Rolle mehr.

Trotz der Nachteile gibt es der Vollständigkeit halber einige Punkte, die für eine Gruppentour sprechen:

  • Wir haben coole Leute kennengelernt, die wir gerne auch in Zukunft einmal besuchen möchten. Es macht mehr Spass in einer Gruppe zu reisen.
  • Es war bequem nicht alles selbst organisieren zu müssen. Darüber waren wir teilweise froh, weil es die Sprachbarriere schwierig machte mit den Einheimischen zu kommunizieren.
  • Für das Essen war es vorteilhaft unseren Guide zu haben, der ungefähr wusste, welche Gerichte bei Touristen ankommen und uns jeweils half beim Bestellen.

Alles in allem hatten wir eine gute Zeit auf der Tour, haben coole Leute kennengelernt und interessante Orte besucht. Aus den oben genannten Gründen würden wir diese Tour aber nicht nochmals machen.

Unsere Kollegin Caro, mit der wir in den Philippinen und Seoul unterwegs waren, hat zur gleichen Zeit eine Tour von Hong Kong nach Peking gemacht. Ihr hat es sehr gut gefallen und ich denke sie würde ihre Tour auch weiterempfehlen (der Anbieter war Dragontrip). Es hängt also auch davon ab, wen man fragt und von wem die Tour organisiert wird.

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